Frage an Angelika Schnabel
Ich hätte so gerne einen Hund! Doch meine Eltern meinen, dafür hätten wir zu wenig Zeit. Ich finde das nicht! Was soll ich tun?
Sara, 12 Jahre (Name geändert)
Liebe Sara!
Deinen Wunsch nach einem Hund kann ich gut verstehen. Fast jedes Kind wünscht sich irgendwann ein Tier. Hunde gelten als ideale Familientiere: Sie sind treu, verspielt, können geduldig zuhören und ein richtiger Freund werden. Doch ein Spielzeug sind Hunde nicht. Sie brauchen dauernde Zuwendung, Pflege und viel Zeit.
Die Pflege eines Hundes ist je nach Grösse und Fell recht aufwändig. Täglich muss man mindestens dreimal Gassi gehen, manche Hunde brauchen lange Spaziergänge, und alle Hunde wollen viel Ansprache, Spiel und Streicheleinheiten.
Für Futter, Versicherung und Tierarzt muss pro Monat richtig Geld einkalkuliert werden. Nicht vergessen sollte man, dass ein Hund um die 15 Jahre alt werden kann. Man bindet sich also auf lange Zeit.
Nochmal: Ein Hund benötigt pro Tag mehrere Stunden an Familienzeit! Am liebsten ist es ihm, wenn er den ganzen Tag einen Menschen um sich herum hat. Manche Hunde sind sehr traurig, wenn sie stundenlang allein sein müssen. Ist bei euch in der Familie immer jemand zu Hause? Wer könnte morgens, mittags und abends mit ihm Gassi gehen? Wer würde sich um Futter, Fellpflege, Streicheleinheiten, Tierarzt und so weiter kümmern?
Das alles gibt es zu bedenken, bevor ihr euch ein Tier anschafft. Gerade bei einem so pflegeaufwändigen Haustier wie einem Hund sollte die gesamte Familie dahinter stehen. Denn ein Hund möchte als vollwertiges Familienmitglied akzeptiert sein, er möchte dazugehören zu «seiner Familie».
Sicher hast du fest vor, dich um deinen Hund verlässlich zu kümmern. Aber bleibt euch allen wirklich genug Zeit? Können deine Eltern ebenso wie du hinter dem Hund stehen? Das solltet ihr gemeinsam ganz genau überlegen und durchplanen. Wer könnte die Pflege übernehmen, wenn du mal nicht da bist? Wer kommt für die Kosten auf? Wie ist eure Wohnsituation? Besprich das alles noch einmal mit deinen Eltern.
Vielleicht gibt es ja doch noch eine Chance ...