«Meine Eltern geben mir viel zu wenig Sackgeld. Ich komme damit nicht aus! Alle meine Kollegen haben mehr als ich. Was kann ich tun, um mehr zu bekommen?» Marco, 13 Jahre (Name geändert)
Lieber Marco!
Viele Jugendliche kennen dein Problem. Das Sackgeld reicht bei den allermeisten nicht für alle Wünsche aus. Mehr Geld könnten Jugendliche eigentlich immer brauchen - und sind wir mal ehrlich, Erwachsene auch.
Nicht alle Eltern können den Kindern viel Sackgeld geben. Manche Eltern haben selbst nur ein sehr begrenztes Budget im Monat zur Verfügung, sodass auch der Nachwuchs sehr sparsam sein muss.
Es gibt aber auch Eltern, die ganz bewusst nur einen bestimmten Betrag an Sackgeld geben, weil sie meinen, ihre Kinder müssten lernen, mit Geld sparsam umzugehen. Auch dieses Argument hat seine Berechtigung. Sackgeld ist schliesslich dafür da, dass du lernst, mit Geld umzugehen. Später im Leben wird es oft ähnlich sein: Die Wünsche übersteigen die persönlichen Möglichkeiten. Wer frühzeitig gelernt hat, verzichten zu können und mit dem, was er hat, glücklich und zufrieden zu sein, ist eindeutig im Vorteil. Je eher du also beginnst, mit den Mitteln, die dir zur Verfügung stehen, klarzukommen, umso besser.
Was kannst du tun? Plane gut, um mit deinem Sackgeld auszukommen! Was musst du nicht unbedingt haben? Was ist dir sehr wichtig? Wo könntest du Kompromisse schliessen? Schreibe dir doch einen Monat lang auf, was du vom Sackgeld so alles kaufst. Verschaffe dir einen Überblick, das ist zwar etwas mühsam, aber es lohnt sich. Schnell wirst du erkennen, wo du am ehesten verzichten könntest und was wirklich notwendig ist.
Eine andere Frage ist, was du dir von deinem Sackgeld alles kaufen musst. Manche Kinder bekommen etwas mehr Geld, müssen dafür aber Dinge wie Schulhefte oder Znüni selbst kaufen. In diesem Fall kann es sein, dass das Sackgeld wirklich zu gering ausfällt. Auch hier hilft dir eine genaue Ausgaben-Aufstellung. Mit dieser könntest du deinen Eltern begründen, warum dein Sackgeld nicht mehr reicht.
Eine weitere Möglichkeit, dein Sackgeld aufzubessern, bietet ein Ferien- oder Freizeitjob. Mit 13 Jahren könntest du zum Beispiel Babysitten oder Nachbarn beim Schnee Räumen helfen.
Zum Schluss, nur so als Anhaltspunkt: Die «Budgetberatung Schweiz» empfiehlt für Schüler des 7. und 8. Schuljahrs 30 bis 40 Franken Sackgeld im Monat. Falls du weniger bekommen solltest, sprich einfach nochmal mit deinen Eltern.