Kunststoffe im Haargel halten die Haare zusammen.
Haare sind von Natur aus sehr widerspenstig. Sie lassen sich nicht so einfach in die gewünschte Form bringen und folgen lieber der Schwerkraft. Ein bisschen Haargel wirkt da Wunder; ob Igelfrisur oder Surferlook, alles ist möglich.
Aber was steckt aus chemischer Sicht hinter der Gelformel?
Jedes Haar ist von einer feinen Häutchenschicht, der Cuticula umgeben. Diese Schicht ist schuppenartig aufgebaut, ähnlich einem Tannzapfen. Die Cuticula macht das Haar glatt und glänzend und sorgt dafür, dass alle Haare schön getrennt bleiben. Um die Haare in eine Strähne oder schwungvolle Form zu bringen, muss man ihren Zusammenhalt stärken - zum Beispiel mit Haargel.
Haargel enthält sogenannte Festigerpolymere.
Damit die Haare zusammenkleben, enthalten Haargels bestimmte Arten von Kunststoffen, sogenannte Festigerpolymere. Polymere sind lange Molekülketten unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung. Auch PET-Flaschen oder Styropor sind Polymere.
Im Haargel sind die Polymere in Wasser oder Alkohol gelöst. Gibt man Haargel ins Haar, legen sich die Polymere zwischen die einzelnen Haare. Dort, wo sich die Haare berühren, entsteht durch das Gel eine Anziehung, sog. Kapillarkräfte. Wenn die Flüssigkeit im Gel trocknet, bleiben die Polymere zwischen den Haaren zurück und halten sie in der gewünschten Form fest. Die Art der verwendeten Polymere entscheidet, wie stark ein Haargel ist.
Generell gilt, je länger das Polymer im Haargel, umso härter wird die Frisur. Durch bürsten oder waschen lassen sich die Polymere aber zum Glück immer wieder schnell entfernen. Und wenn man keine Allergien auf die Inhaltsstoffe hat, ist Haargel auch überhaupt nicht schädlich für die Haare.
Haargel gibt es übrigens schon seit über 2000 Jahren.
Im Haar einer irischen Moorleiche aus der Zeit um 300 v. Chr. hat man nämlich Pinienharz gefunden. Harz ist ein natürliches Polymer. Die Forscher vermuten, dass der Mann zur reichen Oberschicht gehört hat und es sich leisten konnte, seine Haare mit teurem Pinienharz zu bändigen.
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Quelle: simplyscience.ch Redaktion
Literaturangabe:
- BASF: basf.com
- National Geographic: news.nationalgeographic.com