Wie entsteht eine Lawine?

Bild: Shutterstock

In alpinen Gebieten liegt der Schnee wegen des wechselnden Wetters meist in Schichten übereinander. Wenn die Schneeschichten zu unterschiedlich sind und darum nicht aneinanderhaften, können sie an steilen Hängen ins Rutschen kommen.

 

Auch in diesem Winter gilt in den Bergen wieder: Vorsicht vor Lawinen! Wenn auf den Pisten die rote Lawinen-Warnlampe blinkt, sollte man keinesfalls abseits der markierten Stellen fahren. Vor allem risikofreudige Ski-Touren-Touristen sollten vor einer Tour die Lawinen-Gefahr richtig abschätzen. Leider sterben in den Schweizer Alpen und in alpinen Gebieten auf der ganzen Welt immer wieder Menschen durch einen Lawinenabgang.

 

Zusammensetzung der Schneeschichten

Oft werden Lawinen von Wintersportlern ausgelöst. Doch eine Lawine kann auch von alleine losgehen. Wie hoch die Lawinengefahr ist, hängt von der wetterbedingten Zusammensetzung der einzelnen Schneeschichten ab. Unterschiedliche Wetterbedingungen erzeugen unterschiedliche Schneeschichten. Wenn diese zu unterschiedlich sind, besteht die Gefahr, dass sich die Schneekristalle der übereinanderliegenden Schneeschichten nicht miteinander verbinden können. Je steiler und flacher der Hang und je weniger Bäume und sonstige Hindernisse im Weg sind, desto grösser ist die Lawinengefahr.

 

Die Ursache von Lawinengefahr ist also das Wetter. Ein Beispiel: Hat es lange geschneit, entsteht eine dicke, aber leichte Schneeschicht. Wenn dann die Sonne hervorkommt, schmilzt der Schnee langsam, und es bildet sich an der Oberfläche eine Schicht mit nassem, schwerem Schnee. An diesem Punkt besteht schon Lawinen-Gefahr. Nachdem die Schicht mit dem schweren, nassen Schnee über Nacht hart geworden ist, ist die Lawinengefahr am grössten. Der schwere, harte Schnee kann nun von dem darunterliegenden, leichten Schnee nicht mehr getragen werden - es lösen sich gleichzeitig grosse Flächen von Schnee.

 

Schneebretter sind am gefährlichsten

Es gibt zwei verschiedene Arten von Lawinen: Die Lockerschneelawinen und die Schneebrettlawinen. Bei den Lockerschneelawinen löst sich nur an einer kleinen Stelle etwas Schnee, welcher dann weiteren Schnee an sich und mit sich reisst. Bei einer Schneebrettlawine löst sich eine grosse Fläche der obersten Schneeschicht gleichzeitig. Diese Fläche nennt man Schneebrett. Lockerschneelawinen sind meist harmlos; Schneebrettlawinen hingegen sind in den meisten Fällen gross und gefährlich. Um Pisten und bewohnte Gebiete zu schützen, lösen Gebirgsspezialisten oft künstliche Lawinen aus, bevor zu viel Schnee liegt.

 

Der Begriff Lawine wird auch im Zusammenhang mit anderen Materialien verwendet. Es gibt zum Beispiel Gesteinslawinen, Gerölllawinen oder Schlammlawinen. Das Wort Lawine leitet sich vom lateinischen Wort "labina" ab, das so viel heisst wie "das Rutschen, Gleiten".

 

Auf diesem Video siehst du, wie sich eine Schneelawine an einem steilen Berghang löst.

 

Viele weitere AHA!-Fragen findest du auf www.simplyscience.ch

 

Quelle: Redaktion SimplyScience

 

 

 

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