Claudio Pätz, der Profi im «Schach auf Eis»

Lies hier das grosse SPICK-Interview

Was ist dein grösstes Ziel an der Curling EM in St. Gallen?
Mein Ziel ist es an der Heim-Europameisterschaft eine Medaille zu gewinnen. Wir möchten uns von unserer besten Seite zeigen und den Fans vor Ort Freude bereiten. Für uns ist es der erste Grossanlass in der Schweiz. Wir freuen uns auf viele Besucher.

Was waren deine grössten Erfolge bis jetzt?
Gewinn der Europameisterschaft 2013 und der Gewinn der Bronzemedaille an der WM 2017.

Was sind die grössten Gegner des Schweizer Teams an der EM?
Norwegen und Schweden. Das Team von Thomas Ulsrud und Niklas Edin sind seit Jahren immer in den Medaillenspielen dabei, um eine Medaille zu gewinnen müssen wir eine dieser beiden Teams schlagen.
 
Wie lange spielst du schon Curling und wieso hast du gerade diese Sportart ausgewählt und nicht zum Beispiel Fussball?
Mein Vater hat mich zum Sport gebracht als 8-Jähriger. Als der Erfolg dann später auch noch einsetzte, konnte ich mir nicht mehr vorstellen, einen anderen Sport so intensiv auszuüben.

War für dich schon als Kind klar: „Ich will mal ein erfolgreicher Curling-Spieler werden“ – oder  wie war das damals?
Ich denke der Erfolgshunger war schon immer gross. Aber der Wille, um an die Weltspitze zu kommen, kam erst mit etwa 20 auf, als ich merkte, was mit gezieltem Training alles möglich ist.

Was fasziniert dich am Curling?
Mich fasziniert es, gemeinsam im Team Ziele zu verfolgen und auf etwas hinzuarbeiten. Es ist wie ein Projekt, an dem nicht nur die vier Spieler sondern auch der Coach, der Verband und auch die Familien grossen Anteil haben. Das schönste Gefühl ist es, wenn man Erfolge zusammen feiern kann, wie zum Beispiel der Gewinn der Schweizermeisterschaft. Das Curling ist auch eine Lebensschule, es gibt zum Beispiel Konflikte, die man angehen und gemeinsam lösen muss.

Worauf muss man besonders achten?
Beim Curling sind vor allem Sozialkompetenz und mentale Stärke wichtige Eigenschaften, die oft unterschätzt werden. Gewisse Sachen sind durch Persönlichkeit sicherlich gegeben, vieles kann aber auch erlernt werden und ist schlussendlich unumgänglich für den Erfolg eines Teams.

Was ist das Schwierigste an dieser Sportart?
Das Schwierigste ist wahrscheinlich das Zusammenspiel zwischen Gefühl und Technik. Um gut Curling zu spielen, braucht man eine solide Technik, das ist sozusagen die Basis. Auf der anderen Seite ist aber auch das Gefühl für die Abläufe und für gewisse Spielsituationen essentiell. Deshalb spielt auch Erfahrung eine zentrale Rolle im Curling.
 
Braucht es vor allem gute Nerven oder wie wird man ein erfolgreicher Curling-Spieler?
Es braucht sicherlich auch gute Nerven, aber das allerwichtigste ist das gezielte Training und die Erfahrung, die man aus den Turnieren mitnimmt. Das Training muss einen immer fordern, so gewöhnt man sich an Drucksituationen. Ein guter Curling-Spieler zeichnet sich durch grossen Trainingseinsatz, Wille sich ständig zu verbessern, hohe Spielintelligenz und Sozialkompetenz aus.

Wie oft trainierst du und wie sieht so ein Training aus?
Ich trainiere während der Saison praktisch jeden Tag auf dem Eis. Im Team trainieren wir 2-3 Tage pro Woche, die restlichen Tage sind individuelles Training oder oft auch Turniere.

Lässt sich Curling-Spielen auf höchstem Niveau gut mit deinem Job unter einen Hut bringen?
Da ich im Familienbetrieb arbeite, geht das relativ gut. In Zukunft wir der Sport jedoch immer professioneller werden. Bald wird man den Curlingsport nur noch als Vollprofi ausüben können, da bin ich mir sicher. Um den Anschluss an die Konkurrenz aus Europa und vor allem auch aus Asien nicht zu verlieren wird dies unumgänglich sein.

Wie würdest du Curling einem SPICK-Fan, der keine Ahnung davon hat, mit einfachen Worten erklären?
Bei Curling wird Strategie, Teamwork und Technik vereint. Bei unserem Sport wird einem alles abverlangt, es braucht Athletik, taktisches Verständnis und Sozialkompetenz. Die Spielregeln sind schnell gelernt und ausüben kann den Sport jeder, egal ob alt oder jung.

Wie schätzt du die Sportart ein: Gibt es heute mehr Jungs und Mädchen, die Curling spielen wollen als zu jener Zeit, als du angefangen hast? Curling hat ja nicht die gleiche Medienpräsenz wie zum Beispiel Tennis oder Fussball.
Ich glaube nicht, dass es mehr Nachwuchs gibt als vor 15 Jahren. Diese Entwicklung ist aus meiner Sicht ziemlich stabil geblieben über die letzten Jahre. Was wir unbedingt brauchen, sind Trainer für die Jungen, um sie früh auszubilden und zu fördern. Wenn wir bei der Nachwuchsarbeit am Ball bleiben, werden wir auch in Zukunft grosse Erfolge an internationalen Turnieren wie EM, WM oder Olympia feiern können.

Kennst du den SPICK?
Ja, ich habe den SPICK während meiner Jugend gelesen.

erstellt von Tanja Millius

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