SPICK-Interview mit Simon Stricker

«Skateboarding ist eine endlose Geschichte»

Simon Stricker hat seit neun Jahren einen Profivertrag bei Red Bull. Er gehört zu den besten Skateboardern der Welt und hofft auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio. Wegen der Pandemie verzögerte sich die Qualifikation. Im Interview redet er über seine längste Verletzung und über die Pläne nach der Profi-Karriere. Simon wohnt in der Nähe von Zürich und hat zwei Kinder.

Bild: © lzf / shutterstock.com

Simon, du verdienst mit Skateboarden dein Geld. Wird man da reich?

Ich habe genug Geld, damit es zum Leben mit meiner Familie reicht. Das verdiene ich durch Sponsoren, Wettbewerbe und Social Media. Es gibt schon absolute Profis, die viel Geld verdienen mit Skateboarden. Doch dann ist man dauernd auf der ganzen Welt unterwegs und nimmt an Contests teil. Es braucht sehr viel Arbeit, Willen und Eigenmotivation. Da reicht es nicht, nur ein bisschen auf dem Dorfplatz zu skaten.

Du hast aber auch eine eigene Freestyle-Schule …

Ja, wir unterrichten verschiedene Sportarten: Trampolin, BMX, Parkour und natürlich Skateboard. Ich möchte, dass man Freestyle-Sportarten lernen kann, dass sie in der Öffentlichkeit bekannter werden. Als ich vor 20 Jahren angefangen habe mit dem Sport, waren wir alle sehr freestyle unterwegs. Heute gibt es Kurse vom Einsteiger bis zum Profi.

Du wirst bald 30. Bist du dann zu alt für den Sport?

Nicht direkt – aber es ist wie in jedem Sport. Die meisten Profisportler, die über 30 Jahre alt sind, werden Trainer oder haben eine eigene Firma. Wenn man Familie hat, wird es halt schwieriger, die ganze Zeit unterwegs zu sein. Ausserdem macht es mir Spass zu unterrichten. Aktuell bin und bleibe ich Profi. So oder so werde ich nicht aufhören zu skaten, ich gehe höchstens irgendwann nicht mehr an Contests. Vielleicht mache ich dann mehr Fotos und Videos für Social Media.

Wie gut bist du?

Mein letzter Stand ist der 80. Platz in der Weltrangliste. Aber wir hatten seit anderthalb Jahren keinen Wettbewerb mehr …

Gibt es etwas, das du noch nicht kannst?

Skateboarding ist eine endlose Geschichte. Man ist nie der Beste und man kann immer einen neuen Trick dazu lernen. Darum bin ich auch schon so lange mit Begeisterung bei diesem Sport dabei. Ob du deinen ersten Ollie schaffst oder einen megaschwierigen Trick – das Gefühl, es geschafft zu haben, ist immer genau gleich, nämlich toll!

Du fährst manchmal auch mit deinen Freunden. Ist das für dich nicht langweilig?

Nein, mit Freunden zu skaten tut sehr gut. Der Körper stösst ja auch an seine Grenzen, wenn man ihn in jedem Training ans Limit bringt.

Hat ein Skateboarder, der das beruflich macht, irgendwann mal Ferien?

Egal, wohin ich gehe, das Skateboard kommt immer mit. Aber ich fahre in den Ferien oft anders als im Training, meistens mit meinem zweijährigen Sohn. Er hat schon ein eigenes Board.

Wie lange dauerte deine längste Verletzung?

Zwei Monate, da war ich 12 Jahre alt. Ich verletze mich zum Glück sehr selten. Oder nur kleine Sachen wie mal ein verstauchter Fuss, ein Hexenschuss oder schnell etwas nähen. Das gehört halt zum Berufsrisiko.

Mehr Infos zu Simons Skateboard Schule gibt es hier: skateacademy.ch

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